Carolina Herrera bringt SS26 nach Madrid: Wenn ein Quadrat zu einer (Liebes-)Geschichte wird

In manchen Städten gibt es einen Moment, in dem sich die Abendluft golden färbt und alles filmischer erscheint. Stellen Sie sich Madrid am 18. September vor und stellen Sie sich vor, dass sich die Plaza Mayor in einen Laufsteg verwandelt: Arkaden, Balkone, Stein aus dem 17. Jahrhundert und eine Welle von Kleidern, die wie ein Soundtrack über den Platz läuft. Hier wird Carolina Herrera die Frühjahr/Sommer-Kollektion 2026 präsentieren, wobei Wes Gordon eine echte Open-Air-Show inszeniert. Nicht nur eine Show, sondern eine Absichtserklärung: Mode, die aus ihrem Tempel herauskommt und sich mit der Stadt vermischt.

Warum Madrid und warum die Plaza Mayor? Gordon bringt es auf den Punkt: Es ist ein „magischer“ Ort, das emotionale Epizentrum der Stadt, und er dient als Kulisse und Inspiration zugleich. Wir sprechen hier nicht von einer malerischen Kulisse und das war’s dann auch schon, sondern der Ort ‚dringt‘ in die Kollektion ein und beflügelt deren visuelle Referenzen und Rhythmus. Und dann, geben wir es zu, gibt es auch ein Gefühl von ‚Heimat‘: Die Marke gehört zur spanischen Puig-Gruppe und dieser Halt hat den Geschmack einer emotionalen wie auch strategischen Rückkehr.

Noch bedeutender ist, dass es sich um eine Hauptkollektion handelt, die außerhalb von New York gezeigt wird. Herrera hat die Idee der „Destination Shows“ in den letzten Jahren mit Catwalk-Resorts in Rio de Janeiro und Mexiko-Stadt verwöhnt – große Erzählungen über Orte, Handwerkskunst und lokale Kultur. Aber die Hauptsaison nach Europa zu bringen, ist ein Schritt nach oben: mehr Augen, mehr Gespräche, mehr kollektive Erinnerung. (Für diejenigen, die sich über den Kalender wundern: Die Marke hat bereits eine Rückkehr nach New York im Jahr 2026 in Aussicht gestellt, aber in der Zwischenzeit ist Madrid das Kapitel, das den Wechsel des Maßstabs markiert).

Was können wir auf dem Laufsteg erwarten? Gordon spricht von einer „romantischen, sehr madrilenischen“ Kollektion, die in Zusammenarbeit mit spanischen Kunsthandwerkern und Kreativen entsteht. Übersetzt heißt das: Details zum Anfassen, Texturen, die von lokaler Handwerkskunst erzählen, und eine Ästhetik, die sowohl aus drei Metern Entfernung als auch in einem 15-Sekunden-Film gut zu sehen ist. Das ist die doppelte Sprache der zeitgenössischen Mode: lebendige Emotionen und digitale Lesbarkeit. Wenn Sie dann noch die natürliche Energie der Plaza Mayor hinzufügen, verstehen Sie, warum der Kreativdirektor sie „Gänsehaut“ nennt.

Und dann kommt der Beauty-Twist, mit dem sich der Kreis schließt: nach der Modenschau die Party zum Debüt von La Bomba, Herreras neuem Duft. Das Parfüm klingt wie ein Pop-Song voller Licht: Pitaya in der Eröffnung (diese exotische Fruchtigkeit, die Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubert), ein Pfingstrose-„Kirsche“ + Frangipane-Herz, das den Sommer um Mitternacht heraufbeschwört, und ein „sonniger“ Vanille-Schwanz, der auf der Haut hängen bleibt. Es ist der Weg, den Sie sich vorstellen, wenn Sie mit Freunden auf den Platz gehen und die Stadt ganz Ihnen gehört.

Wenn Sie Herrera schon eine Weile verfolgen, werden Sie das Format erkennen, das Mode, Düfte und Orte zu einer einzigen Erzählung verbindet. Es ist nicht nur Branding: Es ist eine Art, Gemeinschaft zu leben und Kunden, Presse, Fans und die Stadt zu vereinen. In Madrid ist die Botschaft sehr klar: Sie sehen sich Mode nicht nur an, Sie tragen sie. Und wenn Sie sie an einem so ikonischen Ort erleben – seine Bars, seine Lichter, die Schritte auf den Steinen – bleibt sie länger bei Ihnen. (Kleiner Hinweis für Nerds: Die Marke hat in den letzten Jahren ihre Beziehungen zu Madrid auch außerhalb der Laufstege gepflegt, indem sie kulturelle Projekte unterstützt und mit dem kreativen Ökosystem der Stadt in Dialog tritt).

Warum es für diejenigen wichtig ist, die in der Modebranche arbeiten (und diejenigen, die sie kaufen)

Sofortige visuelle Wirkung: Das Quadrat ist ein natürlicher Verstärker. Jeder Look ist bereits ‚fotogen‘ für soziale Medien und die Presse. Garantiert postfertige Inhalte. Handwerkliches Storytelling: Die Zusammenarbeit mit spanischen Kunsthandwerkern verleiht Tiefe und Glaubwürdigkeit – Schlüsselwörter in einer Zeit, in der die Öffentlichkeit nach Qualität und Wahrheit jenseits der Oberfläche sucht. Schönheit als kommerzielle Brücke: La Bomba wird als Aufhänger in der Parfümerie dienen: Wer die Show gesehen hat, wird am nächsten Tag im Geschäft (oder online) nach der Spur suchen. Mode-Schönheit-Synergie mit dem Segen des Algorithmus.

Für das italienische Publikum: Was Sie im Feed erwartet

Freuen Sie sich auf feminine, fotografische Looks, saubere ‚eckige‘ Schnitte und helle Farben, die auch am Abend gut aussehen. Die Art von Outfits, die Sie auf Ihrer Wunschliste aufbewahren, weil „ich sie für Event X brauche“, die Sie aber am Ende auch am Dienstag tragen möchten. Und das Beauty-Gespräch? Machen Sie sich darauf gefasst, flache Layouts von La Bomba neben Fotos des Madrider Abends zu sehen: synkretistisches Storytelling, so wie wir es heute mögen.

Ein Hinweis auf den strategischen Kontext

Die Verlegung einer Hauptkollektion nach Europa ist auch ein Signal an den Markt: Erweiterung der Bildsprache und Verwurzelung in einem angesagten kulturellen Zentrum – ohne die Verbindung zu New York zu kappen, wo die Marke ihre Sprache entwickelt hat. In der Praxis: Öffnen Sie das Fenster, kommt neue Luft herein, aber das Haus bleibt das gleiche. Für italienische (und andere) Marken ist dies eine starke Erinnerung: Wenn der Ort authentisch und konsistent ist, wird er Teil des Produkts.

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